Schnelleinsatzgruppe (SEG)

Das DRK Juist wird von drei Säulen getragen:

Der hauptamtliche Rettungsdienst, die ehrenamtliche Schnelleinsatzgruppe (SEG) und die ebenso ehrenamtliche Bereitschaft. Nur gemeinsam, von eben diesem drei starken Säulen gestützt, können wir die täglichen Herausforderungen meistern.

Die SEG des DRK Juist ist eine ganz besondere Truppe, mit einem vielfältigen und interessanten Aufgabenspektrum. Schnelleinsatzgruppen im „fernen Deutschland“, also auf dem Festland, sind meist fachbezogen an bestimmte Einsatzbereiche gebunden. So werden wahlweise verschiedene und, bei entsprechendem Personalbedarf, gleich mehrere Einheiten alarmiert, um z. B. eine Verletztensammelstelle oder einen Verbandplatz aufzubauen und zu betreiben, Verletztentransporte durchzuführen, Unterkünfte einzurichten oder Verpflegung zuzubereiten und auszugeben.

Über diesen Luxus können wir hier leider nicht verfügen: Bei uns gibt es alles aus einer Hand!
Rein statistisch gesehen sind die ehrenamtlichen Kräfte der SEG alle drei Tage für Sie im Einsatz!

Primär ist unsere SEG rettungsdienstlich ausgelegt.

Eine der Hauptaufgaben der SEG ist die personelle Untersützung des Rettungsdienstes. Auf dem Festland können, bei einem höheren Einsatzaufkommen, weitere rettungsdienstliche Kräfte aus anderen Wachbereichen hinzugezogen werden. Hier, auf die Insel Juist, ist dies nicht möglich. Je nach Lage fahren bei mehreren zeitgleichen Einsätzen beispielsweise Kräfte des Rettungsdienstes und der SEG in gemischten Teams zum Einsatz oder die SEG fährt als „First Responder“ voraus, bis der Rettungsdienst sich aus seinen aktuellen Einsätzen herauslösen und nachrücken kann.

Die zweite Hauptaufgabe der SEG ist die Betreuung verletzter/erkrankter Personen im Intensivcontainer (ITC), bis eine für den Patienten geeignete Transportmöglichkeit zum Festland hergestellt werden kann. Bei geplanten Transporten mit dem Rettungsboot (sollte ein Rettungshubschrauber nicht verfügbar sein oder wetterbedingt nicht starten können) kommt es immer wieder vor das solche Einsätze, aufgrund der Tidenabhängigkeit der Insel, mehrere Stunden andauern – bis genügend Wasser aufgelaufen ist und der Transport dann durchgeführt werden kann. Damit der Rettungsdienst in dieser Zeit nicht gebunden wird und für weitere Einsätze bereit steht, übernehmen Kräfte der SEG die Patientenbetreuung für den Zeitraum des Aufenthaltes im Container.

Bei einem Massenanfall Verletzter (MAnV) stellt und besetzt die SEG die Verletztenablagen/den Verbandplatz und unterstützt den Rettungsdienst bei der Herstellung der Transportfähigkeit betroffener Personen.

Als Einsatzmittel ist der SEG organisatorisch der Krankentransportwagen (KTW) unterstellt.
In der Praxis wird dieses Fahrzeug jedoch vom Rettungsdienst im zweiten Abmarsch oder bei sekundären Einsätzen durch den Hintergrund-/Bereitschaftsdienst besetzt. Als „Rückfallebene“ steht noch der Geländetransportwagen (GTW) zu Verfügung, sofern dieses Fahrzeug nicht schon in einen laufenden Einsatz (z. B. am Strand) eingebunden ist.

Sanitätsdienste und andere Einsätze (wie z. B. die Blutspende) führt die SEG gemeinsam mit der Bereitschaft durch.

Frei nach dem Motto:

Wir rufen keine Verstärkung, WIR SIND die Verstärkung!

Ein frommer Wunsch, der hoffentlich immer in Erfüllung geht. Wir hoffen sehr, das es nie Situationen geben wird, in welchen wir Verstärkungskräfte vom Festland anfordern müßten.